Projektupdates

KIBARtronik auf der E-Waste World 2026: Trends, Technologien und neue Impulse für die Kreislaufwirtschaft von Elektronik

Ende Juni 2026 • Messe Frankfurt

E-Waste World, Battery & Metal Recycling Expo 2026 in Frankfurt

Mehr als 400 Aussteller zeigen die Zukunft der Circular Electronics

Ende Juni besuchte das KIBARtronik-Team die E-Waste World, Battery Recycling & Metal Recycling Expo 2026 in Frankfurt. Mit mehr als 400 Ausstellern zählt die Veranstaltung zu den wichtigsten europäischen Treffpunkten für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Technologieanbieter entlang der Wertschöpfungskette von Elektronik, Batterien und kritischen Rohstoffen.

Für das KIBARtronik-Projekt bot die Messe die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen im Bereich Elektronikrecycling, Wiederverwendung, Reparatur, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz aus erster Hand kennenzulernen und mit führenden Akteuren der Branche zu diskutieren.

Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die Fragen:

  • Welche Technologien werden heute zur Sortierung und Bewertung von Elektronikschrott eingesetzt?
  • Welche Rolle spielen Digitalisierung und KI entlang der Verwertungskette?
  • Welche Materialien und Komponenten gewinnen zukünftig an Bedeutung?
  • Wie können Wiederverwendung, Reparatur und Recycling besser miteinander verknüpft werden?

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der offiziellen Seite: ewaste-expo.com

Wertschöpfung vor Recycling: ReUse und Refurbishment gewinnen an Bedeutung

Ein zentrales Thema vieler Gespräche war die zunehmende Bedeutung von ReUse-, Repair- und Refurbishment-Strategien. Während Recycling weiterhin eine unverzichtbare Rolle in der Kreislaufwirtschaft spielt, wird zunehmend deutlich, dass ein möglichst langer Erhalt von Produkten und Komponenten oftmals den größten ökologischen und wirtschaftlichen Mehrwert bietet.

Besonders spannend waren die Gespräche mit den Unternehmen Out of Use und eco-remarketing. Dabei wurden unter anderem Ansätze zur Demontage von Rechenzentrumsinfrastruktur, zur Wiederverwendung von IT-Hardware sowie zu Prüf- und Reparaturprozessen diskutiert.

Digitalisierung als Schlüssel für bessere Entscheidungen

Ein weiteres wichtiges Thema der Messe war die zunehmende Digitalisierung der Verwertungs- und Recyclingprozesse. Viele Unternehmen investieren in Lösungen zur Nachverfolgung von Materialströmen, zur Dokumentation von Produktinformationen sowie zur Unterstützung operativer Entscheidungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Verfügbarkeit und Qualität von Daten entlang der Wertschöpfungskette weiterhin eine zentrale Herausforderung darstellt.

Insbesondere im Bereich der Elektronikrücknahme und -bewertung besteht großes Potenzial, digitale Informationen künftig stärker für die Entscheidungsfindung zu nutzen. Dies betrifft beispielsweise die Bewertung von Restwerten, die Einschätzung von Reparaturfähigkeit oder die Identifikation wertvoller Komponenten und Materialien.

KI und automatisierte Sortierung: Große Potenziale, erste Anwendungen

Auch wenn Künstliche Intelligenz noch nicht flächendeckend in der Branche eingesetzt wird, waren erste vielversprechende Anwendungen sichtbar. Mehrere Unternehmen präsentierten KI-gestützte Systeme zur Materialerkennung, automatisierten Sortierung und Prozessoptimierung. Gleichzeitig zeigte sich, dass viele bestehende Lösungen bislang vor allem auf Materialfraktionen nach mechanischen Aufbereitungsprozessen ausgerichtet sind.

Kritische Rohstoffe rücken stärker in den Fokus

Die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe war eines der dominierenden Themen der Messe. Neben etablierten Wertstoffen wie Kupfer, Gold und Silber standen zunehmend auch strategisch wichtige Materialien im Fokus. Dazu gehören unter anderem seltene Metalle, Batterierohstoffe sowie magnetische Materialien, die für zahlreiche Zukunftstechnologien benötigt werden.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Branche intensiv daran arbeitet, Rückgewinnungsquoten zu erhöhen und neue Technologien für die Aufbereitung komplexer Materialströme zu entwickeln.

Fazit: Die Kreislaufwirtschaft für Elektronik entwickelt sich weiter

Die E-Waste World 2026 hat gezeigt, dass sich die Circular-Electronics-Branche in einer spannenden Transformationsphase befindet. Neben klassischen Recyclingtechnologien gewinnen Themen wie Wiederverwendung, Reparatur, digitale Produktinformationen und datengetriebene Entscheidungsunterstützung zunehmend an Bedeutung.

Für das KIBARtronik-Projekt bestätigten die zahlreichen Gespräche und Eindrücke die Relevanz des gewählten Ansatzes. Die Verbindung von Digitalisierung, KI und Kreislaufwirtschaft bietet großes Potenzial, um die Bewertung und Verwertung von Elektronikgeräten zukünftig effizienter, transparenter und ressourcenschonender zu gestalten.

Wir bedanken uns bei allen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern für den wertvollen Austausch und freuen uns darauf, die gewonnenen Erkenntnisse in die weitere Projektarbeit einfließen zu lassen.

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